NFTs – Der neue „heilige Gral“ der Festivalbranche?

Endlich wieder Austausch und Networking! Beim Besuch des Branchentreffens „Future of Festivals“ im Herbst 2021 in Berlin konnten wir besonders für unsere Unit R&H LIVE! jede Menge interessanten Input mitnehmen. Eines der heißesten Themen: NFTs.

NFTs machen Kunst wieder einzigartig und könnten auch der Live-Branche eine neue Wertschöpfungskette eröffnen. Aber was hat es mit dem neuen Hype um die „Non-Fungible Token“ auf sich – und was ist das überhaupt?

NFTs - Hype oder "heiliger Gral"?
NFTs – Hype oder „heiliger Gral“?

NFTs sind digitale Dokumente, die absolut fälschungssicher sind. Sie können nicht kopiert oder vervielfältig werden, dafür sorgt eine Blockchain ­– eine spezielle Form einer Datenbank, die auch für Kryptowährungen verwendet wird.

Vereinfacht kann man sich das wie folgt vorstellen: Das digitale Dokument liegt in der Regel auf einem von Dritten betriebenen Server und besitzt ein „Wasserzeichen“, welches die Echtheit des Dokumentes zertifiziert. Dieses geschützte „Wasserzeichen“ wird in der Blockchain abgespeichert, und zwar dezentral an unterschiedlichen Orten im Internet, wodurch das System nicht manipulierbar ist. Das System kommuniziert unabhängig und eigenständig und gleicht sich ab.

NFTs und… Festivals?

Aber was haben NFTs mit Festivals und Ticketing zu tun? Dazu lohnt sich ein genauerer Blick auf die erwähnten digitalen Dokumente – diese können nämlich nahezu alles sein: Bilder, GIFs, Musikstücke, MP3s, Videos. Außerdem kann der Herausgeber festlegen, wie oft es das besagte Dokument geben soll. Einmal im „Wasserzeichen“ definiert und auf der Blockchain gespeichert, kann das Dokument nicht mehr verändert werden.

Nehmen wir nun einmal an, dass das Ticket zu einem Festival mit einem solchen digitalen Dokument ergänzt wird. Jede/r, der bereit ist, ein teureres Ticket zu kaufen als das normale Standardticket, bekommt z.B. von seinem oder seiner Lieblingskünstler*in einen limitierten Song oder einen Konzertmitschnitt on top. Diesen gibt es nur für die Besucher*innen dieser einen Veranstaltung in einer zuvor festgelegten Auflage. Der/die Ticketinhaber*in besitzt dann exklusiv den Song seiner/ihrer Lieblingsband und kann ihn so oft anhören wie er/sie möchte. Auch der Weiterverkauf des Songs ist möglich, dafür gibt es bereits verschiedene NFT-Marktplätze im Internet. 

Spinnen wir das mal weiter: Auf einem Festival findet ein legendäres Konzert eines Künstlers statt. Ein Konzert, von dem die Fans noch Jahre schwärmen werden. Ein kleiner Teil der Besucher*innen erhält tatsächlich genau von diesem Konzert einen Mitschnitt, der zudem digital vom Künstler signiert ist. Diesen haben sie als NFT über Ihr Ticket zusätzlich erworben. Der Künstler tritt nach diesem Konzert nie wieder live auf. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird der Wert eines solchen Mitschnitts erheblich steigen.

Nun befinden wir uns gedanklich schon fast im „Metaverse“. Dem Ort, an dem dieser Gedanke auf allen Ebenen weitergedacht werden und der die nötige Infrastruktur für einen florierenden Handel mit NFTs bieten soll.

Unbekannte Artists können profitieren

Bleiben wir aber noch bei den Festivals und den vielfältigen Möglichkeiten von NFTs: Die Technik könnte bewusst kleine und unbekannte Künstler unterstützen, denn der Ausgestaltung der digitalen Dokumente sind kaum Grenzen gesetzt. Es lässt sich z.B. festlegen, dass mit jedem neuen Kauf eines Songs ein „Guthaben“ aufgebaut wird. Bei 10 Käufen erhält der/die Besitzer*in dann 2 Songs zusätzlich und hat damit ein rares, komplettes Album einer neuen, aufstrebenden Band erworben. Auch kann beim Weiterverkauf von Songs ein automatisches Kickback an den oder die Künstler*in ausgezahlt werden. So werden diese direkt an der Wertschöpfungskette beteiligt.

Und dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten, die sich mit der Nutzung von NFTs eröffnen.

Und wie steht’s ums Ticketing?

Da in der Blockchain auch immer eine Bezahlfunktion integriert ist wird propagiert, dass sich das System ebenfalls eignet, um Tickets komplett über NTFs umzusetzen. Hier zeigen sich aber durchaus Schwachstellen: Etwa die geringe Geschwindigkeit eines dezentralen Systems wie der Blockchain und die Notwendigkeit, immer verfügbares Internet zu haben – was auf Großveranstaltungen wie Festivals und Konzerten leider noch immer nicht selbstverständlich ist. Auch besteht ein Währungsrisiko bei der Übertragung von NFTs auf eine andere Person. Dieser Prozess kann nur mittels Kryptowährungen umgesetzt werden, die allerdings sehr volatil sind. Somit besteht ein Risiko des Wertverlustes. 

Für uns stellt die Möglichkeit künstlerische Leistungen – zumindest in der digital Welt – wieder unique und einmalig zu machen, ein super spannendes Einsatzfeld für NFTs dar. Schon jetzt präsentieren sich viele Künstler auf NFT-Marketplaces. Falls euch das Thema mitreißt, werft doch mal einen Blick auf www.mintbase.io, unter der Rubrik „Musik“ sind bereits einige namhafte Künstler vertreten. Hervorzuheben ist hier die Single-Veröffentlichung von Deadmau5 und Portugal. The Man, die exklusiv auf der Plattform als NFT zu kaufen ist und bereits Platinum-Status anstrebt. Wir sind sicher, dass wir von dieser neuen Art, reale Kunst digital zu vermarkten, noch viel hören werden.

Was haltet ihr von NFTs? Trend oder Zukunft? Droppt uns gerne eure Kommentare dazu unten oder mailt sie an live@rothkopf-huberty.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.